Familienleben

Mama sein.

05/05/2020
Mama sein.

Mama sein.

Für mich bedeutet das: 6 Jahre lang Schlafentzug. Von dem ich mich immer noch erhole.
Es bedeutet für mich, das ich fast komplett fremdbestimmt bin. Zumindest noch. Und momentan gerade wieder besonders.
Es bedeutet, dass mir meine Fehler jeden Tag aufs neue von drei kleinen Menschen gespiegelt werden.
Immer und immer wieder.
Mama sein heisst für mich auch Wäscheberge, Menupläne, Grosseinkäufe, Budgetplanung, ein dreckiges Auto, viel Streit.
Ich kann noch immer nicht mit allen dreien ins Schwimmbad – zumindest nicht, wenn ich auch ins Wasser will.
Ich habe eine Hand zu wenig. Ich koche nie das richtige. Wirklich nie.
Ich muss 1’000 Entscheidungen treffen und 1’000 Fragen pro Tag beantworten.
Mama sein hat für mich lange bedeutet, einsam zu sein ohne jemals alleine zu sein.
Es bedeutet aber auch unendlich viele Küsse. Es bedeuted dabei zu sein, wie meine Kinder lernen. Sich entwickeln.
Es bedeuted Nachmittage voller gekicher, Umarmungen und zu viel Süssigkeiten.
Ein geflüstertes „ich lieb dich“ kurz bevor die Augen zufallen.
Für mich bedeutet das Mama sein, dass mein grösster Wunsch in Erfüllung ging.
Auch wenn ich absolut keine Ahnung hatte, auf was ich mich da einliess.
Wir haben zusammen gelernt, einen Weg gefunden. Das tun wir auch heute noch jeden Tag.
Das Mama sein bedeutet für mich auch, meinen Mann als Papa zu sehen. Seine allerbeste Rolle, in meinen Augen.

Und vor allem bedeuted das Mama sein für mich, Hoffnung zu haben.
Die Hoffnung, dass ich meinen Kinder alles mitgeben kann, um ein erfülltes Leben zu führen.
Die Hoffnung, sie aufwachsen zu sehen und möglichst lange begleiten zu dürfen.
Ich hoffe, meine 1‘000 Entscheidungen und 1‘000 Antworten waren und sind richtig.
So dass aus meinen Kindern emphatische, offene und selbstbestimmte Erwachsene werden.
Das Mama sein bedeutet für mich, darauf zu vertrauen das meine Entscheidungen richtig waren.
Auch wenn ich deren Auswirkungen erst Jahre später sehe.⠀⠀⠀⠀⠀

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Für viele Mütter da draussen bedeutet das Mama sein aber auch, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen.
Abhängig zu sein von einem Mann. Oder in den eigenen Kindern die Person zu sehen, die ihr weh getan hat.
Körperlich oder seelisch.
Es bedeutet oft auch Armut. Viel zu oft bedeutet es auch, dass die Karriere vorbei ist. Oder das man die Kinder alleine grosszieht. Oder sein Bild von „Familie“ gehen lassen muss.
Mama sein bedeutet auch, dass der eigene Körper nicht mehr so ist, wie er Mal war.
Eine Mama muss manchmal mit Depressionen und Traumata kämpfen.
Sie muss oft ihre eigenen Schmerzen und Trauer wegstecken, weil die Kinder sie brauchen.
Es gibt Mamas, die ihr Kind gehen lassen mussten, bevor sie es kennenlernen durften.
Mamas, die ihr Kind durch eine schwere Krankheit begleiten. Und das eigene Kind zu Grabe tragen müssen. Unvorstellbar. Für mich.
Und es gibt Mamas, die wissen, dass sie eine Mama sind. Eine sein möchten.
Es gibt viel zu viele Mamas ohne Kinder. Weil es einfach nicht klappt. Oder der richtige Partner fehlt.
Oder die Politik und unsere Gesellschaft noch nicht so weit sind.

So viele Geschichten, so viele Facetten.

Mama sein bedeuten für mich: Alea, Anna und Luis.

 

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